Chronik: Februar 2015

Artwork: Dorotea Etzler aka lazyliu.berlin "Das Nichts | 1510 rap1 | fone5 backupviewer | 26.196 Files | Video 11:53 Min."

Was war los im Netz? Unsere Chronik zum Februar 2015 blickt zurück.

03.02. It’s a match! Ab sofort wird zur Kasse gebeten, wenn man den ganzen Tag tindern will. Die Dating-App führt Like-Begrenzungen ein, die nur durch In-App-Abonnement abgeschafft werden können.

03.02. Der 28-jährige Kevin B. wird als Betreiber einer Racheporno-Website von einem kalifornischen Geschworenengericht für schuldig befunden. Er verlangte von den Opfern Geld, bevor er die Fotos von der Seite nahm.

04.02. Die Bundesregierung hat einen Gesetzentwurf beschlossen, der es Verbraucherverbänden ermöglichen soll, gegen Datenschutzverstöße von Unternehmen zu klagen.

04.02. Twitter-CEO Dick Costolo (der im Juni 2015 zurückgetreten ist) gibt in einem internen Memo an die Twitter-Mitarbeiter zu, dass Twitter zu wenig gegen Hatespeech und Cyberbullying getan hat: „Wir sind echt beschissen, was den Umgang mit Beschimpfungen und Trollen auf der Plattform angeht und das schon seit Jahren.“ Er übernehme die persönliche Verantwortung und verlangte, dass Twitter dieses Problem angeht.

05.02. Nach sechsmonatiger Arbeit veröffentlicht der von Google gegründete Expertenbeirat zum „Recht auf Vergessenwerden“ seinen Abschlussbericht. Fast alle der acht Mitglieder begrüßen darin die Entscheidung des EuGH vom Mai 2014; einzig Wikipedia-Gründer Jimmy Wales protestiert.

06.02. Der Gesetzentwurf zur Schaffung einer unabhängigen Bundesdatenschutzbehörde hat den Bundesrat passiert. Damit können die neuen Bestimmungen 2016 in Kraft treten.

08.02. Google Maps feiert seinen zehnten Geburtstag.

15.02. Die Gruppe „Carbanak“ erbeutet in zwei Jahren über eine Milliarde US-Dollar von 100 Banken in über 20 Ländern. Russische IT-Sicherheitsfirma Kaspersky Lab, Interpol, Europol und verschiedene Länderinstitutionen haben diesen beispiellosen Internetraub aufgedeckt.

16.02. Schnelle Reflexe: CSU fordert kurz nach den islamistischen Anschlägen in der dänischen Hauptstadt Kopenhagen erneut die Vorratsdatenspeicherung. Generalsekretär Andreas Scheuer sieht darin das beste Mittel, islamistischem Terror zu begegnen.

18.02. Australiens Premier Tony Abbott rügt Deutschland für die Nichteinführung der Vorratsdatenspeicherung. Kindesmissbrauch würde hier kaum verfolgt. Ohne die Speicherung von Meta-Daten würde außerdem die Verbrechensrate explodieren.

19.02. Die Ukraine sucht Freiwillige für eine „Internetarmee“, die ein Gegengewicht zur russischen Propaganda bilden soll. Die Freiwilligen sollen in den sozialen Netzwerken zuverlässige Informationen über den Konflikt bieten.

19.02. Laut eines vorab veröffentlichten Gesetzentwurfs des Bundesinnenministeriums soll der BND fortan internationale Kommunikationswege auch nach „Cyber-Gefahren“ durchsuchen dürfen. Die gewonnenen Daten sollen an den Verfassungsschutz, das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik und die Polizeibehörden weitergegeben werden dürfen.

20.01. Kein krummes Ding: Obstgigant Dole lässt beim Tokio-Marathon zwei Läufer mit der „Wearable Banana“ am Arm an den Start gehen. Die Fitness-Banane zeigt Zeit, Herzfrequenz und aufmunternde Botschaften auf einem Matrix-Display an. Unter der Schale verbirgt sich eine echte Banane.

22.02. Über zweieinhalb Jahre nach Einführung der DE-Mail kommt die Bundesregierung zu dem Ergebnis, dass die „kritische Masse“ noch nicht erreicht worden sei. Angemeldet hätten sich erst rund eine Million Bürger sowie eine „hohe fünfstellige Zahl“ an Unternehmen und Verwaltungen.

22.02. Der Film „Citizenfour“ über den NSA-Skandal und die Enthüllungen durch Edward Snowden wird mit dem Oscar für den besten Dokumentarfilm ausgezeichnet.

25.02. Das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie veröffentlicht einen Gesetzentwurf, der es Anbietern von Breitbandanschlüssen verbieten soll, ihre Nutzer zu verpflichten, für den Netzzugang ausschließlich von ihnen vertriebene Router zu benutzen.

25.02. Aus einem geheimen Budgetplan von 2013 geht hervor, dass dem Bundesamt für Verfassungsschutz schon damals 2,75 Millionen Euro zur massenhaften Datenerfassung vor allem aus sozialen Netzwerken zur Verfügung standen.

26.02. Die US-Regulierungsbehörde Federal Communications Commission (FCC) hat ein neues Rahmenwerk verabschiedet, mit dem die Netzneutralität sowohl für das leitungsgebundene als auch das mobile Breitband-Internet festgeschrieben wird.

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