Chronik: Januar 2015

Artwork: Dorotea Etzler aka lazyliu.berlin "Das Nichts | 1501 sess.04 | klm | 99 Pics | Video 11:13"

Was war los im Netz? Unsere Chronik zum Januar 2015 blickt zurück.

01.01. Der Chaos Computer Club bezeichnet die Veröffentlichung und den Austausch der im Rahmen des sogenannten Fappening veröffentlichten Nacktfotos diverser Stars als Datenverbrechen. Die Verantwortung dafür müssten die Cloud-Anbieter tragen, die jene Daten nicht ordentlich geschützt hätten.

02.01. Der IT-Experte Benjamin Erhart sieht durch die massenhafte Erfassung von Nummernschildern und deren Abgleich mit Fahndungsdateien in Bayern sein Grundrecht auf informationelle Selbstbestimmung verletzt und zieht vor das Bundesverfassungsgericht.

02.01. Trotz 300 speziell ausgebildeten „Cybercops“ stagniert die Aufklärungsrate für Internetstraftaten in Bayern. Innenminister Herrmann (CSU) moniert fehlende Regelungen zur Datenspeicherung im Netz.

02.01. Gesche Joost, Professorin für Designforschung und Internetbotschafterin der Bundesregierung, fordert die Vermittlung von Programmier-Kenntnissen bereits im Grundschulalter.

06.01. Google veröffentlicht neue Zahlen zu Löschersuchen wegen Urheberrechtsverletzungen. So sind es 2014 mit 345 Millionen Anträgen etwa 75 Prozent mehr als im Vorjahr – so viele wie noch nie.

09.01. Wenige Tage nach dem Mordanschlag auf die Redaktion des französischen Satiremagazins Charlie Hebdo werden in Deutschland aus den Reihen der SPD, CDU und CSU die Rufe nach der Wiedereinführung der Vorratsdatenspeicherung laut.

09.01. Jeder dritte Nutzer zahlt für Online-Journalismus. Durchschnittlich 15,10 Euro im Monat geben die befragten Nutzer dafür aus – das ergibt eine repräsentative Umfrage des IT-Branchenverbandes Bitkom. Im Jahr zuvor waren es noch 13,60 Euro.

15.01. Die Berliner Freifunker haben sich in einem ersten Schritt erfolgreich gegen eine Filesharing-Abmahnung gewehrt. Laut Amtsgericht Charlottenburg könnten sie sich auf das Providerprivileg berufen.

15.01. Beim Buchen von Online-Flügen muss ab sofort von Anfang an der komplette Preis angezeigt werden, mitsamt Steuern und weiteren Gebühren. Das entscheidet der Europäische Gerichtshof nach einer Klage vom Bundesverband der Verbraucherzentralen gegen Air Berlin

16.01. Google beendet die Betaphase seiner Datenbrille „Google Glass“ und kündigt gleichzeitig an, eine eigene Abteilung für das Projekt zu schaffen und das Nachfolgemodell zu entwickeln.

16.01. Entwickler Dennaton Games empfiehlt australischen Zockern, ihr Spiel „Hotline Miami 2“ einfach illegal herunterzuladen. Hintergrund ist, dass die Altersfreigabestelle in Australien die Freigabe verweigert hat.

19.01. Die Europaabgeordnete Julia Reda (Grüne/EFA; Piraten) stellt den Entwurf ihres Berichts zur Untersuchung der EU-Urheberrechtsrichtlinie von 2001 vor. Der fertige Bericht soll eine Reformagenda für die Überarbeitung des EU-Urheberrechts enthalten.

21.01. Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) fordert, dass es Sicherheitsbehörden möglich sein muss, verschlüsselte Kommunikation einzusehen.

22.01. Die weitere Auspeitschung des saudi-arabischen Bloggers Raif Badawi wird auf Empfehlung der örtlichen Ärzte ausgesetzt. Eine Woche zuvor musste er die ersten 50 von geplanten 1000 Peitschenhieben über sich ergehen lassen.

26.01. Die EU-Kommission erklärt, keinen neuen Anlauf zur Vorratsdatenspeicherung auf EU-Ebene zu starten. Allerdings werde man nationale Alleingänge im Auge behalten.

27.01. Laut einem geheimen Verhandlungspapier zum Handelsabkommen TTIP sollen sämtliche Regelungen zum Verbraucher- und Datenschutz in der EU nicht mehr ohne Absprache mit den USA verabschiedet werden.

29.01. Youtuber, die ein Let’s Play mit Nintendo-Spielen machen möchten, werden fortan zur Kasse gebeten. Dort müssen sie ab sofort 30 Prozent ihrer Videoeinnahmen an den Konzern abtreten.

29.01. Ein BND-Techniker, der als Zeuge vor dem NSA-Untersuchungsausschuss aussagt, erklärt, dass die Praxis des Datensammelns den gesetzlichen Rahmen sprengt und dass im BND darüber gesprochen wurde, dass ein neues Gesetz notwendig wäre.

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