Chronik: September 2016

Dusty Spiral NGC 3370 / Credit: NASA, The Hubble Heritage Team and A. Riess (STScI)

01.09. Nachdem die EU-Kommission grünes Licht gegeben hat, erlaubt die Bundesnetzagentur der Telekom, das umstrittene Vectoring-Verfahren einzusetzen, um den Breitbandausbau voranzutreiben. Wettbewerber kritisieren diesen Schritt scharf. Beim Vectoring kann technikbedingt nur ein Anbieter Kupferkabel für den Breitbandzugang nutzen.
02.09. Die Schufa bietet Opfern von Identitätsdiebstahl an, zum Schutz vor wiederholtem Missbrauch ihre persönlichen Daten zu registrieren. Diese werden dann Unternehmen zu Verfügung gestellt, damit sie sich mit dem Kunden vor Vertragsschluss in Verbindung setzen können.
07.09. Der Europäische Gerichtshof urteilt, dass Käufer eines Computers keinen Anspruch darauf haben, nur die reine Hardware zu kaufen. Ein Betriebssystem oder andere Programm dürfen damit weiterhin vorinstalliert werden.
08.09. Der Bundesnachrichtendienst (BND) sowie das Bundesamt für Verfassungsschutz (BfV) planen für das kommende Jahr Investitionen in dreistelliger Millionenhöhe zum Schutz vor Terrorismus. Allein 73 Millionen Euro sieht der BND für weitere Projekte zur Überwachung von Kommunikation vor.
08.09. Nach einem Urteil des Europäischen Gerichtshofs (EuGH) muss ein kommerzieller Webseitenbetreiber, wenn er auf urheberrechtlich geschütztes Material (Musik, Fotos, Texte etc.) verlinken möchte, zuerst überprüfen, ob dieses Material rechtmäßig veröffentlicht wurde, anderenfalls kann Schadensersatz fällig werden.
14.09. Eine Hackergruppe veröffentlicht zahlreiche medizinische Daten US-amerikanischer Sportler, die an den olympischen Spielen in Rio teilnahmen, und will damit Dopingverstöße nachweisen. Die Daten stammen von Festplatten der Welt-Anti-Doping-Agentur (WADA).
14.09. Die EU-Kommissare Andrus Ansip und Günther Oettinger stellen den Richtlinienvorschlag für ein modernes Urheberrecht vor. Danach soll es zum Beispiel in Zukunft möglich sein, eine EU-weite Lizenz zu erhalten, anstatt für jedes Mitgliedsland gesondert eine einholen zu müssen. Kritiker bemängeln unter anderem, dass ein 20-jähriges Leistungsschutzrecht für Presseverleger vorgesehen ist und Provider dazu verpflichtet werden sollen, Urheberrechtsverletzungen eigenständig herauszufiltern.
17.09. Vor 25 Jahren veröffentlichte Linus Torvalds die erste Version des Computerbetriebssystems Linux.
20.09. Die vom Bundesforschungsministerium gestartete Open-Access-Strategie sieht vor, dass künftig alle mit Steuern finanzierten Forschungsprojekte im Internet kostenlos zur Verfügung stehen sollen.
21.09. Nach Ansicht des Chef des Bundeskriminalamts (BND) Holger Munch müssen Anbieter von Messengern wie Whatsapp und Signal verpflichtet werden, Bestandsdaten zu speichern und sie auf Anfrage der Behörden herauszugeben. Das solle auch für verschlüsselte Überwachung gelten.
21.09. Die EU-Kommission verständigt sich darauf, dass ab Sommer 2017 grundsätzlich keine Roaminggebühren innerhalb der EU mehr anfallen sollen. Das soll jedoch nur gelten, wenn Nutzer eine SIM-Karte aus ihrem Wohnsitzland verwenden. Damit will man verhindern, dass sie gezielt neue Verträge in Niedrigpreisländern abschließen.
21.09. Nachdem im NSA-Untersuchungsausschuss befragte Zeugen immer wieder erklärten, mit Handynummern ließen sich Menschen für einen Drohnenangriff nicht genau genug orten, kommt der Hamburger Informatikprofessor Hannes Federrath in einem durch den Ausschuss beauftragten Gutachten zu einem anderen Ergebnis. Er erläutert eine technische Methode, die eine Genauigkeit von 5 bis 35 Metern ermöglicht.
22.09. Laut dem aktuellen Transparenzbericht des Kurznachrichtendienstes Twitter erhielt man im vergangenen Halbjahr gut 5.000 Löschanfragen von staatlichen Stellen. Über 4.000 davon stammten aus Russland und der Türkei. Aus Deutschland kamen 63.
23.09. Der Bundesrat verabschiedet ein Gesetz, das Betreiber öffentlicher Versorgungsnetze verpflichtet, künftig Glasfaserkabel, andere Breitbandtechnik oder zumindest Leerrohre mitzuverlegen, wenn sie ihr Strom- oder Abwassernetz sanieren oder ausbauen.
27.09. Hamburgs Datenschutzbeauftragter Johannes Caspar hat Facebook per Anordnung den Abgleich mit Daten von Whatsapp-Nutzern untersagt. Bereits übermittelte Daten müssen wieder gelöscht werden. Währenddessen überprüft die EU-Kommission, ob sie das Fusionskontrollverfahren wieder aufnehmen muss. Facebook hat Whatsapp 2014 für 19 Milliarden US-Dollar übernommen und dabei zugesichert, dass kein Datenaustausch stattfinden werde.

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